Lindau - Stadtentwicklung
Lindau am Bodensee - Große Kreisstadt im gleichnamigen bayerischen Landkreis Lindau - zählt zu den schönsten und bedeutendsten Ferienzielen am Ufer des Schwäbischen Meers. Mit dem historischen Zentrum auf einer Insel im Bodensee, geprägt von imposanten Bauten, die auf eine reiche Geschichte verweisen, bietet Lindau eine besondere Attraktion.
Die Geschichte von Lindau beginnt recht früh, schon um 200 wird auf heutigem Stadtgebiet eine römische Villa erbaut, genauer auf dem Lindauer Festland, in Aeschach. Reste dieser Siedlung sind am Römerpark zu bestaunen.
Erstmals schriftlich erwähnt wird der Name „Lindau“ 882 in einer Urkunde. Gemeint war zu diesem Zeitpunkt ein adliges Frauenkloster, das neben einigen Fischern schon seit Längerem auf der Lindauer Insel - der heutigen Altstadtinsel - ansässig war. Von dem Kloster, das später zum freiweltlichen Damenstift avancierte, zeugen bis dato das Münster unserer Lieben Frau und ehemalige Konventsgebäude wie das Amtsgericht. Die Bezeichnung „Lindau“ bedeutet übrigens soviel wie „Insel, auf der Lindenbäume wachsen“ und diese Linden beeinflussten auch das Stadtwappen und das derzeit gültige Logo von Lindau am Bodensee.
Ab dem Ende des 11. Jahrhunderts findet der Markt des Klosters nicht mehr auf dem Festland statt, sondern wird fortan auf der Insel Lindau abgehalten. Hieraus entwickelte sich eine zügig wachsende Kaufmannssiedlung - das mittelalterliche Lindau, welches zu Beginn des 13. Jahrhunderts Handelsbeziehungen bis nach Italien pflegte, die bis ins 19. Jahrhundert von Bedeutung waren. Vom späten Mittelalter bis Mitte des 19. Jahrhunderts sorgte der „Mailänder Bote“ für die Übermittlung von Nachrichten, den Personentransport sowie den Warenverkehr vom Bodensee bis Oberitalien. Zu den Handelspartnern von Lindau zu jener Zeit gehörten also nicht nur Staaten des Bodenseeraums sondern auch Mittelmeerländer. Die Insel Lindau ist vermutlich ab dem 14. Jahrhundert mit dem Festland über eine Brücke verbunden.
Ende des 13. Jahrhunderts wird aus der Kaufmannssiedlung unter Oberhand des Klosters eine Freie Reichsstadt. Kloster und Stadt sind voneinander unabhängig trotz territorialer Nähe. Mitte des 15. Jahrhunderts trägt die Äbtissin des Klosters die Funktion einer weltlichen Reichsfürstin und Ende des 15. Jahrhunderts wird im Alten Rathaus von Lindau ein Reichstag abgehalten. Die Fresken am Alten Rathaus erinnern an dieses Ereignis. Im 16. Jahrhundert wird Lindau evangelisch.
Durch die angesetzte Aufhebung aller Klöster und Reichsstädte gelangen Stadt und Kloster Lindau 1802 an Karl August von Bretzenheim, der dieses Eigentum nur zwei Jahre später eintauscht, Lindau gehört nun zu Österreich. Die österreichische Herrschaft dauert jedoch nicht lang an, 1805/1806 fällt Lindau an Bayern.
Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgen der Bau des Eisenbahndammes zwischen Festland und der Insel Lindau im Bodensee, was Handel und Tourismus fördert, sowie die Errichtung des repräsentativen Seehafens von Lindau. Neuer Leuchtturm und Bayerischer Löwe sind bis heute beliebte Fotomotive und Wahrzeichen der Stadt.
Der Fremdenverkehr gehört immer noch zu den wichtigsten Wirtschaftssektoren der Großen Kreisstadt. An einst und bis dato bedeutende Wirtschaftszweige, die für den frühen Reichtum Lindaus verantwortlich sind, wie die Schifffahrt, die Fischerei, der Acker- und Weinbau erinnert der Lindavia-Brunnen beim Alten Rathaus. Zu sehen ist die Beschützerin von Lindau - Lindavia - mit einem Lindenzweig, weitere Figuren stellen die obigen Wirtschaftszweige dar.